Ich sitze gerade an einem Projekt, bei dem ich eine längere Interviewsequenz mit vielen ruhigen Momenten schneiden muss. Irgendwie fühlt sich der Rhythmus immer falsch an, wenn ich versuche, die Pausen zu kürzen, aber zu viele lassen den Zuschauer auch abschweifen. Ich frage mich, wie ihr mit diesen stillen Phasen umgeht, besonders wenn ihr eine bestimmte Stimmung halten wollt.
Stille Pausen fühlen sich wie Atempausen im Gespräch an und geben dem Moment Raum, auch wenn der Zuschauer unruhig wird
Aus dramaturgischer Sicht entsteht der Rhythmus dort wo die Pausen den Sinn der Antworten tragen statt Langeweile zu erzeugen
Vielleicht geht es eher um die Geschwindigkeit der Sprechakte und nicht um die Pausen selbst, ich glaube der Trick liegt darin die Antworten wie kleine Glocken klingen zu lassen
Was passiert wenn man die Stille nicht als Lücke sondern als Thema selbst behandelt und die Antworten in der Pause weiter schwingen?
Ich zweifle daran, dass Pausen allein den Rhythmus retten. Oft wirkt der Schnitt wie eine Gliederung statt einer Lebensstimme
Vielleicht lohnt es sich Stille als Raum zu verhandeln statt als Mangel zu sehen und Pausen bewusst zu mischen damit der Blick nicht abschweift