Ich sitze seit Wochen an derselben Kurzgeschichte fest. Eigentlich mag ich die Grundidee, aber irgendwie fehlt der Funke. Ich habe angefangen, die Perspektive zu wechseln, und plötzlich fühlte sich eine Nebenfigur viel lebendiger an als meine Protagonistin. Jetzt bin ich unsicher, ob ich der Versuchung nachgeben soll, die ganze Geschichte um diese Figur herum neu zu schreiben, oder ob ich das nur als Ablenkung von den eigentlichen Problemen mit dem Hauptplot sehe. Das hat mich in eine echte Schreibblockade gestürzt.
Das klingt wirklich zäh. Ich spüre deinen Frust und die Verlockung der Nebenfigur trifft mich auch. Man fühlt sich lebendiger an als die Hauptfigur.
Ein Perspektivwechsel kann funktionieren doch er braucht klare Fragestellungen und innere Wahrnehmung der Figur. Wenn die Nebenfigur lebendiger wirkt lohnt es sich zu prüfen ob deine Hauptfigur noch ein eigenes Ziel hat. Versuch eine kurze Szene aus der Sicht der Hauptfigur die ihren Wunsch offenbart.
Ich glaube nicht dass das funktionieren wird. Die Hauptfigur wirkt plötzlich wie ein Nebeneffekt. Vielleicht dreht sich die ganze Geschichte um die Nebenfigur und die Hauptfigur wirkt nur noch wie ein Teil der Bühne.
Was wenn das eigentliche Problem gar nicht der Plot ist sondern wer die Idee erzählt?
Ich würd es kurz versuchen ohne Plan den Funke wiederzufinden und einfach drauf los schreiben was passiert.
Vielleicht warte ich nicht auf die perfekte Figur sondern auf den richtigen Erzählrhythmus. Manchmal bricht das Genre und neue Aspekte fallen auf den Tisch.