Ich stecke gerade in einem kleinen persönlichen Dilemma fest und frage mich, ob es anderen auch so geht. Seit ein paar Monaten arbeite ich an einem eigenen Illustrationsprojekt und habe mich total in die Welt der organischen Formen und Handzeichnungen vergraben. Jetzt, wo ich die digitalen Entwürfe fertig habe, wirkt alles irgendwie zu steril und perfekt auf dem Bildschirm. Ich habe das Gefühl, die ganze Lebendigkeit und der Zufall, den ich mit der Hand hatte, sind verloren gegangen. Ich überlege, ob ich einen Schritt zurückgehen und Teile davon wieder analog anpacken sollte, nur habe ich Angst, dass der Workflow dann komplett aus dem Ruder läuft. Wie handhabt ihr so einen Zwiespalt zwischen digitaler Präzision und dem Wunsch nach haptischer Echtheit?
Ja ich kenne dieses Dilemma ich habe es selbst erlebt wenn das fertige Motiv aus dem Tablet kommt wirkt es plötzlich steril es fehlt der Zufall den die Hand beim Papierstrich produziert hat und ja auch die Freude am unperfekten Strich und am Nacharbeiten Analog klingt hier wie ein verlorener Duft
Mein Ansatz ist es erst mal kleine hybride Schritte zu machen statt gleich einen kompletten Wechsel zu planen ich lege mir analoge Skizzen bereit die ich dann digital überarbeite so bleibe ich flexibel und bekomme trotzdem das unbeholfen Lebendige zurück
Vielleicht verstehst du die Frage auch falsch ich frage mich ob der Stress des Workflows die Kreativität hemmt oder ob es nur ein Gefühl ist und ob man das Gefühl überhaupt in Regeln pressen kann?
Ich bleibe skeptisch denn ich glaube der Konflikt ist eher eine Einladung neue Wege zu testen statt eine Notwendigkeit das eine gegen das andere zu tauschen
Vielleicht geht es nicht um Werkzeuge sondern um Rhythmus es soll sich wie Musik anfühlen und die Materialität des Tropfens der Tinte die rauhe Textur des Stifts spürbar sein auch wenn der Rechner daneben sitzt