Ich sitze seit Wochen an derselben Szene fest, in der zwei Charaktere nach einem Streit schweigend nebeneinander im Auto sitzen. Ich kann diese angespannte Stimmung einfach nicht aufs Papier bringen, ohne in Klischees zu verfallen. Irgendwie fehlt mir der richtige Rhythmus in den Sätzen, um diese erstickende Atmosphäre spürbar zu machen. Vielleicht liegt es daran, dass ich selbst selten so intensive Konflikte hatte. Wie nähert ihr euch solchen Momenten, die mehr in der Stille als im Dialog liegen?
Stille drückt im Auto wie ein schwerer Nebel zwischen den beiden, man hört nur den Atem und das Motorgeräusch klingt wie abgelegtes Gewicht
Ich teile die Sätze nach Atempausen auf kurze Pausen in der Prosa und dann ein längerer Satz der das Gewicht sichtbar macht
Manchmal scheint es als ginge es nicht ums Schweigen sondern darum wer zuerst die Luft holt ich könnte die Szene in Richtung inneren Monolog verschieben und das als Kniff in der Handlung nutzen
Was wenn die eigentliche Frage nicht ist wie man Stille schreibt sondern ob Stille überhaupt so spannend bleibt wenn man ihr zu genau folgt?
Vielleicht hilft es den Blickwinkel zu wechseln, der Blick aus dem Beifahrersitz auf die Spiegelung der Lichter macht die Spannung sichtbar ohne zu erklären