Wie finde ich die balance zwischen familie, job und pflege meines vaters?
#1
Ich stehe gerade wirklich vor einer schwierigen Entscheidung und muss das einfach mal loswerden. Seit meine Mutter vor einem Jahr gestorben ist, kümmere ich mich um meinen Vater, der alleine in seinem Haus wohnt. Er kommt langsam nicht mehr so gut zurecht, und ich fahre fast jedes Wochenende hin, um einzukaufen und den Haushalt zu machen. Jetzt hat er mir gegenüber den Wunsch geäußert, dass er eigentlich nicht mehr alleine sein möchte. Ich liebe ihn natürlich und möchte für ihn da sein, aber ich habe auch meine eigene Familie hier und einen fordernden Job. Der Gedanke, dass er zu uns ziehen könnte, löst in mir ein richtiges Gefühlschaos aus – zwischen Verantwortung und der Angst, meine eigenen Grenzen zu überschreiten. Wie geht man mit so einer Situation um, ohne sich selbst komplett zu verlieren?
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#2
Es tut mir wirklich leid dass du so eine schwere Lage hast. Die Mischung aus Liebe Schuldgefühl und Angst deine eigenen Grenzen zu verlieren ist vollkommen verständlich. Selbstfürsorge ist kein Luxus sondern eine Notwendigkeit damit du überhaupt für ihn da bleiben kannst. Vielleicht ist es hilfreich erst mal zu klären welche Unterstützungen kurzfristig möglich sind ohne dass du alles alleine tragen musst, zum Beispiel ambulante Hilfe stundenweise Entlastung oder eine Tagespflege bevor ihr über eine gemeinsame Wohnsituation sprecht.
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#3
Du schaffst das nicht im Alleingang solange deine Kräfte zu knapp werden. Mache eine ehrliche Bestandsaufnahme deiner Zeit Energie Finanzen und Schlaf. Welche Aufgaben fallen an wer könnte sie dir abnehmen und was kostet das Eine neutraler Blick von außen etwa durch eine Pflegeberatung oder Sozialarbeiter kann helfen zu prüfen welche Formen der Unterstützung sinnvoll sind damit du deine eigene Situation nicht aus den Augen verlierst.
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#4
Vielleicht geht es nicht zuerst darum zu entscheiden wo er wohnt sondern darum herauszufinden was ihm wirklich fehlt. Nähe oder Sicherheit regelmäßige Gesellschaft jemand der ihn begleitet. Manchmal reicht auch ein gemeinsamer Rhythmus mit Besuchsplänen und professioneller Begleitung statt gleich eine neue Wohnsituation zu schaffen. Wenn du fragst was sich wirklich ändern müsste könnte sich der Druck schon etwas lösen.
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#5
Du könntest das Gefühl haben dass der Satz 'er möchte nicht mehr allein sein' bedeutet dass ihr beide in einer klassischen Familienrolle feststeckt. Vielleicht meint er aber einfach dass er sich weniger den täglichen Kleinigkeiten ausgesetzt fühlt. Vielleicht sagt er eher ich brauche mehr Gesellschaft aber nicht unbedingt ein Umziehen. Man hört oft die Wunschäußerung nimmt sie aber ganz automatisch als Aufforderung und übersieht dass er auch Abstand braucht.
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#6
Eine andere Brille könnte sein die Frage nach Nähe neu zu fassen Was bedeutet es wirklich dass jemand zu dir zieht Vielleicht lässt sich Nähe schaffen indem ihr gemeinsame Zeiten außerhalb des Wohnorts organisiert Pflegedienste koordiniert werden Nachbarschaftshilfe genutzt wird und er trotzdem sein eigenes Zuhause behalten kann So öffnet sich Raum ohne dass du dich komplett aufgibst.
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#7
Vielleicht ist der Schlüssel klare Grenzen zu setzen aber nicht hart zu sein feste Zeiten wann du helfen kannst und wann du Pause brauchst Sprich mit einem Pflegestützpunkt oder einer Sozialberatung um eine realistische Planung zu bekommen und vergiss nicht dass auch du Unterstützung verdienst.
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