Ich sitze gerade über meinen Büchern und frage mich, ob es eigentlich noch jemanden gibt, der so lernt wie ich. Ich versuche immer, alles haargenau zu verstehen, bevor ich weiterblättere, und bleibe dann oft an winzigen Details hängen. Das kostet unglaublich viel Zeit und manchmal verzweifle ich daran, weil ich kaum vorankomme. Andere scheinen einfach durch den Stoff zu fliegen, aber ich komme mir vor, als würde ich mich durch Zement graben. Vielleicht ist diese Art des tiefen Eintauchens in den Lernstoff einfach nicht mehr zeitgemäß.
Ich verstehe wie belastend das Lernen ist wenn man Details haargenau prüfen will und kaum vorankommt. Das ist keine verrückte Sache sondern eine ehrliche Erfahrung deines Kopfs beim Lesen. Tiefes Eintauchen hat eine eigene Logik und doch kannst du dir kleine Lichtblicke gönnen während du die nächste Seite auswählst.
Aus Sicht der Lernpsychologie kann das zarte Verweilen bei Details sinnvoll sein. Eine Idee nennt man Interleaving. Interleaving bedeutet dass man nicht immer denselben Abschnitt wiederholt sondern zwischen Themen wechselt. Dazu gehört auch zeitlich verteiltes Wiederholen statt alles auf einmal zu wollen.
Vielleicht glaubst du das tiefe Eintauchen sei veraltet doch viele finden genau darin ihren eigenen Rhythmus. Vielleicht wird Lernen als eine Prüfung der Geduld gesehen statt als schnelles Abhakspiel. Ist Lernen nicht eher eine Reise mit Mustern und Details als eine flache Abfolge?
Manche würden sagen das schnelle Überfliegen reicht aus doch ich bleibe skeptisch und frage wer bestimmt was zeitgemäß ist beim Lernen. Vielleicht ist dein Weg eine Form der Resistenz gegen oberflächliche Abkürzungen und eine Einladung öfter zu hinterfragen wie verstanden werden soll.
Vielleicht geht es beim Lernen darum wie man mit Unruhe im Kopf umgeht statt um den perfekten Start ins nächste Kapitel. Man könnte das Thema neu rahmen als Frage wer du durch den Stoff wirst statt was du schon kannst.