Ich habe letztens einen Vortrag über ein komplexes Thema gehalten und dabei bewusst auf Fachjargon verzichtet. Hinterher kam ein Kollege auf mich zu und meinte, ich hätte die Inhalte zu sehr "verwässert" und die wissenschaftliche Schärfe verloren. Das hat mich echt ins Grübeln gebracht. Wo zieht man eigentlich die Grenze zwischen Vereinfachung und inhaltlicher Verfälschung? Ich möchte ja niemanden täuschen, aber gleichzeitig auch niemanden mit Details erschlagen, die für das Grundverständnis nicht nötig sind.
Das kenne ich gut, dieser Zwiespalt zwischen klarer Sprache und dem Gefühl dass man tiefe Einsichten hinter Begriffsfluten versteckt.
Vereinfachung ist kein Betrug und keine Täuschung. Es ist eine ständige Abwägung zwischen Zugänglichkeit und Detailtreue. Wer es bedient bleibt bei den Kernaussagen.
Vielleicht hat der Kollege nur den Eindruck gewonnen dass du die Tiefe umgehen wolltest, dabei wolltest du eigentlich den Kern verständlich machen.
Wie zieht man die Grenze zwischen Vereinfachung und Verfälschung ohne in Beliebigkeit abzurutschen?
Vielleicht lohnt es sich das Thema neu zu rahmen und die Verantwortung der Sprecher in den Vordergrund zu stellen statt jemanden zu bewerten.
Ich bleibe skeptisch ob es eine klare Grenze gibt, denn jede Vereinfachung schneidet ein Stück Wahrheit weg und das ist schwer zu vermeiden.