Ich habe letzte Woche ein neues Sprachmodell für die Arbeit ausprobiert, und es hat mir einen Vorschlag für eine E-Mail gemacht, der einfach zu gut klang. Er war perfekt formuliert, aber er hat eine kleine, aber entscheidende Nuance in meiner eigentlichen Absicht verändert. Es fühlte sich an, als hätte es mir die Worte aus dem Mund genommen und sie besser gemacht, aber auf eine Art, die nicht mehr ganz meine waren. Jetzt frage ich mich, wo diese Grenze verläuft, wenn ein Werkzeug anfängt, meine eigene Stimme zu überschreiben.
Stimme bleibt mein Eigentum auch wenn das Werkzeug sorgfältig arbeitet. Die Nuance fehlt mir damit ich wüsste wie ich wirklich klinge.
Ich finde es tröstlich dass die E Mail sauber klingt doch mir kommt vor dass meine eigene Stimme zu wenig Platz hat zu atmen.
Aus analytischer Sicht geht es um Autorenschaft Wer entscheidet was klar ist und ob Klarheit die Person hinter den Worten vernebelt?
Ich bleibe skeptisch und frage mich ob das Tool mehr Werbung für Effizienz ist als eine echte Hilfe für meine Absicht.
Vielleicht ist die Frage falsch gestellt Es geht eher um wie wir gemeinsam mit Maschinen arbeiten und wer die Richtung bestimmt.
Vielleicht eröffnet sich eine neue Form der Stimme Kooperation nicht Selbstverleugnung sondern eine andere Art von Präsenz die man nachträglich erkennt.