Wie finde ich die richtige grenze zwischen kritik und übergriff?
#1
Ich habe letzte Woche in der Bahn eine Situation erlebt, die mich seitdem nicht loslässt. Ein älterer Herr hat lautstark eine junge Frau angeschnauzt, weil sie ihre Tasche auf dem Sitz neben sich hatte, obwohl das Abteil fast leer war. Seine Art war wirklich aggressiv. Ich saß nur zwei Reihen weiter und habe nichts gesagt, aber ich frage mich jetzt, ob ich hätte etwas sagen sollen. Ich hatte einfach Angst, dass es dann noch schlimmer eskaliert. Manchmal frage ich mich, wo die Grenze zwischen berechtigter Kritik und übergriffigem Verhalten liegt.
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#2
Das klingt echt heftig. So eine lautstarke Provokation trifft uns mitten im Alltag. Meine erste Reaktion wäre Angst gewesen, nicht Mut. Die Grenze erscheint plötzlich unscharf und ich frage mich ob ein Eingreifen wirklich hilfreich gewesen wäre.
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#3
Aus psychologischer Sicht wird in öffentlichen Räumen soziale Kontrolle oft überbewertet und dennoch spüren viele eine Verantwortung die eigene Komfortzone zu verlassen. Die Idee von der Grenze in der Bahn ist kompliziert weil Machtverhältnisse sich verschieben wenn Lautstärke ins Spiel kommt.
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#4
Vielleicht klingt Zivilcourage oft romantisiert und ich frage mich ob die Grenze der Machtausübung nicht doch mehr Bedeutung hat. Für manche Situationen wirkt es sicher dramatisch und Sicherheit bleibt wichtiger. Manchmal ist es besser einfach wegzusehen oder den Abstand zu suchen.
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#5
Vielleicht sollte man die Frage neu rahmen. Es geht nicht nur um was man sagt sondern um welche Gesellschaftsstimmung wir trainieren. Wer bestimmt wann eine Grenze überschritten ist und wer trägt die Last der Reaktionen danach.
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#6
Was wäre wenn das eigentliche Problem nicht der Angreifer ist sondern die stille Luft im Abteil die solchen Ausbruch erst ermöglicht?
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