Ich habe vor ein paar Jahren eine syrische Familie bei der Wohnungssuche unterstützt und wir sind bis heute in Kontakt. Neulich hat der Vater, der mittlerweile gut Deutsch spricht und arbeitet, fast beiläufig erwähnt, dass er sich manchmal wie ein Gast fühlt, der nie richtig ankommen darf. Das hat mich nachdenklich gemacht, weil ich dachte, mit Job und Sprache wäre der schwierigste Teil geschafft. Ich frage mich, was wohl noch dazu gehört, damit sich jemand wirklich zugehörig fühlen kann.
Dieses Gefühl dass er sich wie ein Gast fühlt macht mir deutlich wie viel Zugehörigkeit bedeutet. Zugehörigkeit entsteht nicht allein durch Deutsch oder eine feste Wohnung sondern durch stille Gesten und gemeinsame Augenblicke die zeigen dass man bleiben darf
Zugehörigkeit ist ein Prozess der sich in Arbeit Sprache Nachbarschaft Freundschaften ausdrückt. Es ist kein Endzustand sondern eine Praxis die sich wandelt
Vielleicht interpretiere ich ihn falsch und suche nach einer großen Bedeutung wo es erst mal um alltägliche Dinge geht
Manchmal klingt es skeptisch aber ich glaube wahres Zugehörigkeitsgefühl lässt sich nicht erzwingen. Es braucht Zeit Räume und respektvolle Begegnungen
Ein neuer Gedanke offene Räume der Zugehörigkeit jenseits von Wohnungssuche Rituale gemeinsamer Mahlzeiten Nachbarschaftsaktionen helfen
Es fühlt sich manchmal hektisch an es gibt keine perfekte Anleitung zum dazugehören doch kleine Schritte helfen und das wichtigste ist wohl offen zu bleiben
Was bedeutet wirklich anzukommen?