Ich sitze hier und denke über meinen letzten Besuch bei meinen Großeltern nach. Sie leben noch in demselben Haus wie vor vierzig Jahren, alles ist vertraut und beständig. Bei mir hingegen hat sich in den letzten fünf Jahren mehr verändert als bei ihnen in einem halben Jahrhundert – Jobwechsel, Umzüge, die Art, wie ich Freundschaften pflege. Manchmal frage ich mich, ob diese ständige Bewegung und Anpassung, dieses Leben in Fragmenten, der neue Normalzustand ist. Ich spüre einen echten Widerspruch zwischen meinem Bedürfnis nach Stabilität und dem Druck, immer flexibel zu sein. Mir fehlt irgendwie ein Gefühl für Kontinuität.
Es berührt mich wie du das Haus deiner Großeltern als ruhige Konstante beschreibst und du selbst zwischen Wellen von Wandel und Suche nach Halt schwingst Kontinuität fehlt dir.
Aus psychologischer Sicht ist Stabilität eine Resource die Orientierung gibt, während Flexibilität Anpassung ermöglicht und beides hat seine Berechtigung
Vielleicht nehme ich dein Bild falsch wahr und deine Großeltern leben zwar unverändert doch du siehst die Veränderung nur in dir selbst
Wer sagt dass Stabilität besser ist als Veränderung vielleicht ist das neue Normal eher eine Suche nach Sinn?
Ich halte es auch für plausibel dass das Gefühl einer festen Kontinuität eine Illusion ist und der Druck von außen oft stärker wirkt als die innere Ruhe
Vielleicht lohnt es sich den Blick neu zu justieren und Zeit nicht als Lücke sondern als Raum zu sehen in dem Erinnerungen wachsen und sich verwandeln