Ich stecke gerade in einer Phase fest, wo ich das Gefühl habe, meine Bilder werden immer gleich. Ich male viel mit Acryl und experimentiere mit Strukturen, aber irgendwie fehlt der Funke. Letztens habe ich angefangen, mich mit der Technik der Nass-in-Nass-Malerei zu beschäftigen, und das fühlt sich wie ein kleiner Lichtblick an. Es ist aber auch frustrierend, weil die Ergebnisse so unberechenbar sind und ich mich frage, ob ich da überhaupt eine eigene Handschrift entwickeln kann. Vielleicht geht das ja anderen auch so, wenn sie mal wieder in so einer künstlerischen Sackgasse stecken.
Das klingt nach einer frustrierenden Suche nach dem Funken und zugleich nach echter Neugier. Acryl mit neuen Strukturen kann sich oft festgefahren anfühlen doch Nass in Nass öffnet Türen die vorher verborgen blieben. Vielleicht ist gerade diese Unberechenbarkeit der Weg zu einer echten Handschrift auch wenn das erstmal verunsichert. Bleib bei dem Gefühl dass der Prozess zählt mehr als das fertige Bild.
Aus technischer Sicht gleicht jede Schicht im nass in nass einem Experiment mit Variablen Farben Verdünnung und Trocknungszeiten. Du trägst eine Idee ein und beobachtest wie die Farbe reagiert. Um Muster zu erkennen notiere dir Beobachtungen und Notizen zu dem was passiert wenn du Tempo variiert oder Bereiche mit viel Wasser wischst. So erkennst du vielleicht wieder eine eigene Nähe zu bestimmten Formen oder Strukturen.
Manchmal frage ich mich ob die Suche nach einer eigenen Handschrift wirklich das Ziel ist oder ob es genügt sich im Malprozess treiben zu lassen. Die nass in nass Technik kann wild reagieren und trotzdem neues beitragen auch wenn der Anfang chaotisch wirkt. Was wenn die Frage selbst wichtiger ist als eine klare Antwort?
Vielleicht ist das Thema gar kein Problem sondern ein neues Feld das sich öffnet wenn du den Blick verschiebst. Statt darauf zu warten dass sich die Handschrift sofort zeigt könntest du eine Abfolge von Sessions planen bei denen du jede Runde nur auf eine einzelne Bedingung achtest. Das verschiebt den Fokus von Selbstzweifeln hin zu einer offenen Routine.