Ich stehe gerade wirklich vor einer seltsamen Situation und frage mich, ob es anderen auch so geht. Seit ich vor ein paar Monaten meinen Job gewechselt habe und mehr im Homeoffice bin, habe ich das Gefühl, dass meine Tage immer mehr verschwimmen. Es gibt kaum noch äußere Anker, die mir zeigen, ob es Montag oder Donnerstag ist. Ich mache einfach eine Aufgabe nach der anderen. Das hat mich dazu gebracht, meine eigene Produktivität neu zu überdenken. Früher war der Feierabend klar, wenn ich das Büro verließ. Jetzt arbeite ich oft länger, aber mit dem Gefühl, weniger erreicht zu haben. Ich bin unsicher, ob das nur eine Phase ist oder ob ich mir einfach eine völlig neue Struktur aufbauen muss.
Das klingt wirklich danach dass die Tage sich auflösen und der äußere Anker fehlt. Wenn der Feierabend kein klares Signal mehr ist wirkt der Tag wie eine Aneinanderreihung von Aufgaben statt eines rhythmischen Ablaufs
Eine analytische Sichtweise wenn äußere Strukturen fehlen ordnet das Gehirn Zeit oft nach Aufgaben statt nach Uhrzeiten. Produktivität wird so eher am Fluss der Arbeit gemessen als an sichtbaren Ergebnissen und das kann zu dem Gefühl führen dass man länger arbeitet aber weniger erreicht
Du glaubst du brauchst mehr Struktur doch vielleicht suchst du in Wirklichkeit nach Ruhe und reduzierter Ablenkung und verwechselst das mit Ordnung
Vielleicht ist der ganze Druck nur eine Mindmap im Kopf und die äußeren Zeichen haben sich einfach verschoben so dass du denkst du müsstest härter arbeiten obwohl es vielleicht okay ist das Tempo zu belassen
Was wenn es nicht um Produktivität geht sondern darum wie präsent du dich im Raum fühlst und welche Grenzen du wahrnimmst?
Ich bleibe bei der Idee dass kleine Experimente helfen auch wenn sie scheitern nur weil sie neu sind kann man spüren wie sich der Blick auf den Tag verschiebt