Seit ich vor ein paar Monaten auf Teilzeit gewechselt bin, um mehr Luft zu haben, fühlt sich alles irgendwie noch enger an. Ich sitze jetzt öfter einfach da und grüble, ob diese leere Zeit überhaupt "richtig" genutzt wird, anstatt die Entspannung zu genießen. Es ist, als ob mein Kopf den Druck selbst erzeugt, wenn er von außen fehlt. Hat jemand ähnliches erlebt, nachdem er bewusst einen Gang zurückgeschaltet hat?
Ich kenne das Gefühl gut. Seit ich Teilzeit genommen habe dreht sich mein Kopf trotzdem weiter, die leere Zeit fühlt sich an wie ein Druck der sich nicht abstreifen lässt, und ich frage mich ob das wirklich Pause ist oder nur mehr Zeit die ich mit Grübeln fülle.
Aus Sicht der Neuropsychologie ist weniger Arbeit oft eine Einladung zu neue Denkmuster doch unser Gehirn liebt Stabilität und sucht Kontrolle. Wenn weniger externe Struktur da ist reizt der innere Monolog geradezu die Planung und bewertet jede Sekunde als potenziell vergeudet.
Vielleicht greife ich das Thema falsch auf und denke an Freiheit statt Druck aber dabei verwechselt man schnell Leerlauf mit Muße.
Was wenn dieser innere Kontrolleur gar kein Problem erkennt sondern nur eine Geschichte die du dir selbst erzählst um dich klein zu halten.
Vielleicht ist die Leere kein Nichts sondern ein Raum in dem Ideen sich noch nicht entscheiden und du musst ihnen Zeit geben nicht sofort eine Zweckbestimmung zu finden.
Ich wende mich dem Begriff Flow zu ohne gleich eine Anleitung zu geben und frage mich ob es reicht sich langsam auf etwas Neues einzulassen statt zu hetzen.
Was würde passieren wenn du die Zeit einfach so akzeptierst und schaust ob sich dabei etwas tatsächlich verändert?