Ich war letztes Jahr auf einer Hochzeit in meiner Familie, bei der plötzlich alle Gäste aufstanden und eine bestimmte Reihe von Bewegungen und Schritten tanzten, die mir völlig fremd waren. Ich stand einfach nur da und habe zugesehen, und es hat sich so angefühlt, als wäre ich durch eine unsichtbare Wand von allen anderen getrennt. Seitdem frage ich mich, ob andere auch schon mal so einen Moment erlebt haben, in dem sie realisiert haben, dass sie einen Teil der eigenen kulturellen Wurzeln einfach nicht mitbekommen haben. Es war kein böser Wille, es war einfach etwas, das nie weitergegeben wurde oder an mir vorbeigegangen ist. Ich weiß nicht, ob das ein Gefühl von Verlust ist oder einfach nur eine seltsame Leere.
Das klingt unglaublich schwer und doch auch neugierig Es ist wie eine unsichtbare Wand die dich vom Rest trennt und gleichzeitig eine stille Frage nach deinem Platz in der Familie und in dieser Kultur
Vielleicht ist so ein Moment weniger über Schuld oder Versäumnis sondern eher eine langsame Entdeckung der eigenen kulturellen Wurzeln die sich erst durch Kontexte öffnet
Vielleicht hast du es zu wörtlich genommen und dachtest da gäbe eine geheime Botschaft die du verpasst hast in Wahrheit war es nur eine Tanzfolge die niemand erklärt hat Was bleibt dir davon hängen?
Vielleicht ist das alles nur der Druck des Moments und deine Wahrnehmung hat das Erleben verfremdet ich bleibe skeptisch ob da wirklich eine kulturelle Lücke existiert
Vielleicht ist der Blick auf Herkunft eine Einladung neue Verknüpfungen zu sehen statt zu suchen wer recht hat Kulturelle Zugehörigkeit wird hier neu gedacht