Ich stehe gerade vor einer Leinwand und frage mich, ob ich jemals wirklich meinen eigenen Stil finden werde. Manchmal male ich etwas und denke, ja, das fühlt sich nach mir an, aber dann sehe ich die Arbeiten anderer und verliere wieder die Richtung. Besonders beim Thema Licht und Schatten frage ich mich, ob ich mutiger werden sollte, oder ob diese Zurückhaltung vielleicht gerade mein Ding ist.
Ich stehe vor der Leinwand und das Licht klingt wie eine Stimme. Manchmal denke ich ich male meinen Stil und doch bricht dieses Gefühl sofort wieder zusammen, wenn ich andere Arbeiten sehe. Vielleicht ist Mut nicht laut sondern leise und beständig, und ich übe weiter.
Stil wächst eher im Tun als im Plan. Wenn ich Licht und Schatten ernst nehme merke ich wie Techniken zu einer eigenen Sprache werden und ich beginne zu verstehen dass es weniger um perfekten Ausdruck als um einen fließenden Dialog geht.
Ich glaube ich verstehe Stil falsch als Kopie dessen was gut aussieht. Vielleicht suche ich doch eine eigene Sprache und frage mich ob Nachahmung schnell zum eigenen Ton wird oder ob sie nur eine Spur bleibt. Darf Nachahmung schnell zum eigenen Ton werden oder bleibt sie bloß Kopie?