Ich stecke gerade in einer Phase fest, wo ich das Gefühl habe, dass meine kreative Arbeit einfach nicht mehr von mir selbst kommt. Jedes Mal, wenn ich anfange, etwas Neues zu skizzieren oder zu schreiben, schleicht sich dieses unangenehme Gefühl ein, dass ich nur noch Einflüsse und Vorbilder nachahme, anstatt etwas Eigenes zu schaffen. Es fühlt sich an, als ob ich meine eigene Stimme verloren hätte und nur noch ein Echo von dem bin, was ich bewundere. Wie geht ihr damit um, wenn ihr das Gefühl habt, dass eure Arbeit zu sehr von anderen geprägt ist und nicht mehr authentisch wirkt?
Ich kenne dieses Festhängen an Vorbildern nur zu gut. Wenn die eigene Stimme zu leise wird klingt alles wie Echo. Vielleicht braucht es gerade jetzt Raum statt Druck um wieder zu atmen und zu prüfen was dir wirklich wichtig ist.
Eine mögliche Sichtweise ist dass Authentizität nicht spontan vom Himmel fällt sondern durch Versuch und Irrtum entsteht. Lege dir kleine Experimente an die du nur zum Spaß machst ohne Anspruch auf Ergebnis. So hörst du wieder zu was dich wirklich reizt.
Der Gedanke dass es nur Nachahmung ist kann auch eine Selbsttäuschung sein. Vielleicht mischst du unbewusst zwei Welten und nimmst das Ergebnis als einziges Maß. Das ist kein Urteil nur eine Beobachtung.
Was wäre wenn Authentizität nicht ein Zustand ist sondern ein stetiger Prozess der sich mit jeder neuen Erfahrung verändert statt einem Loch das man füllt?
Vielleicht kannst du das Thema neu rahmen und sagen dass es gar nicht um Erstaunen sondern um Neugier geht. Erprobe zwei ungewöhnliche Stile parallel und halte fest wie du dich dabei fühlst. Das ist keine Entscheidung sondern eine Entdeckungsreise.