Ich stecke gerade in einem kleinen kreativen Loch fest. Seit ich für ein lokales Café eine komplette Neugestaltung gemacht habe, bei der ich viel mit organischen Formen und handgezeichneten Elementen gearbeitet habe, fühlen sich meine anderen Projekte irgendwie steril an. Ich habe das Gefühl, dass dieser eine Stil jetzt an mir klebt und ich nicht mehr so recht weiß, wie ich mich davon lösen kann, um wieder flexibler zu werden. Vielleicht geht das ja anderen auch mal so.
Ich verstehe dich. Der Café Entwurf hängt dir im Kopf und alles andere wirkt plötzlich steriler. Vielleicht ist das keine Blockade sondern eine stille Bitte deiner Kreativität nach Luft. Manchmal braucht es Abstand, manchmal eine neue Frage statt einer Lösung.
Eine praktikable Idee ist es den organischen Stil als Quelle zu sehen und nicht als Anweisung. Materialien und Techniken können neue Chancen öffnen wenn du sie als Experimente statt als Fertigprodukt behandelst. Halte die Erwartungen locker und notiere einfache Ergebnisse.
Du meinst der Stil klebt dich fest und blockiert andere Arbeiten doch vielleicht ist es nur dein Fokus der sich streckt und versucht sich neu zu finden. Vielleicht verschiebst du die Frage von wie du dich ausdrückst zu wem du ausdrücken willst und welchen Raum du dem Unwägbaren gibst.
Es klingt fast zu einfach zu glauben dass man sich wirklich lösen muss. Vielleicht ist Stil eine Sprache die man immer wieder spricht und die sich mit dir verändert statt dich zu kontrollieren. Meinst du wirklich dass du dich sprengen musst oder lieber mit ihr eine neue Formbaustelle suchst?
Was wenn der Trick nicht der Stil selbst ist sondern der Rahmen in dem du ihn betrachtest. Stell dir vor du baust eine Geschichte um den Stil herum statt ihn zu benutzen. Ein neues Spannungsfeld das du erkundest könnte aus Freude an Modalitäten entstehen.
Manchmal hilft es direkt zu stoppen und nur zuzusehen wie andere Künstler arbeiten. Das öffnet wieder Türen auch ohne Plan