Wie gehe ich beim literaturreview damit um, wenn zitierte autoren verstorben sind?
#1
Ich sitze gerade an meinem ersten größeren Review und frage mich, wie man eigentlich mit der Tatsache umgeht, dass manche der zitierten Autoren inzwischen verstorben sind. Es fühlt sich seltsam an, ihre Arbeit zu diskutieren, als wären sie einfach nur nicht erreichbar, obwohl ihr Beitrag ja weiter steht. Besonders bei einem älteren Paper, das ich gerade nochmal durchgehe, hat mich das richtig eingeholt.
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#2
Es fühlt sich seltsam an, dass der Nachlass der Autoren weiterredet, auch wenn sie nicht mehr erreichbar sind. Ihre Ideen bleiben relevant, und die Diskussionen ziehen sich durch die Jahre wie eine Spur der Person, die nicht mehr da ist.
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#3
Aus analytischer Sicht muss man den Kontext beachten: Wer zitiert hier wirklich, und in welchem Verweisrahmen steht das Zitat im Paper? Die Frage ist nicht, wem die Stimme gehört, sondern ob der Kontext die Aussagen sinnvoll einordnet.
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#4
Ich habe zuerst gedacht, ein Zitat sei automatisch veraltet, wenn der Autor verstorben ist, aber die Lektüre zeigt: Die Idee lebt weiter unabhängig vom Kontakt.
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#5
Vielleicht ist es auch befreiend, den Text als eigenständiges Objekt zu sehen, das außerhalb des Autors existiert, und die Diskussion um den Akteur weniger zu betonen.
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#6
Man könnte das Ganze neu rahmen, indem man statt der Frage was der Autor sagen wollte eher fragt, welche Wirkungen die frühere Arbeit heute noch hat.
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