Ich bin gerade etwas verunsichert wegen einer Sache, die mir letzte Woche passiert ist. Meine neue Kollegin hat mich zum Abendessen eingeladen und als ich ihr eine Flasche Wein mitbrachte, hat sie sie fast ein bisschen erschrocken abgelehnt. Später hat sie mir dann erklärt, dass in ihrer Familie und Kultur der Konsum von Alkohol tabu ist. Ich fühle mich schlecht, weil ich einfach von mir auf andere geschlossen habe, ohne nachzudenken. Jetzt frage ich mich, wie man solche Situationen besser meistern kann, ohne jedes Mal in ein Fettnäpfchen zu treten.
Das klingt echt hart, und es tut mir leid, dass du dich schlecht gefühlt hast. Es zeigt, wie schnell man mit einer Geste eine Kultur berührt, die man gar nicht kennt. Vielleicht hilft es, beim nächsten Mal vor dem Treffen kurz zu klären, ob Alkohol okay ist, oder einfach eine neutrale Geste zu wählen. Wichtig ist, dass du daraus lernst, ohne dich zu verurteilen.
Vielleicht geht es ihr gar nicht ums Trinken, sondern darum, dass sich eine neue Kollegin zu Beginn zu stark personalisiert. Könnte es sein, dass du die Situation zu ernst nimmst und dass ein Nein gegen Wein einfach ein persönliches Bedürfnis ist.
Das Thema lässt sich mit Kontextualisierung erklären. Kultur, Familie, Ritual, Erwartungen. Alkohol steht in vielen Codes, doch er ist kein universelles Zeichen. Wenn du den Eindruck hast, dass Alkohol dich zu sehr definiert, zieh eine alkoholfreie Option in Erwägung oder frag höflich, wie sie sich den Abend vorstellt.
Muss man wirklich jede kulturelle Grenze respektieren oder kann man in solchen Momenten auch offen über Unsicherheit reden?
Okay, das trifft dich, aber vielleicht ist das genau eine Lernchance, dir in der nächsten Situation Zeit zu geben, nachzufragen statt zu handeln.