Ich bin mir nicht sicher, ob ich das richtig verstehe, aber ich frage mich, wie andere Pendler mit den ständigen Verspätungen der S-Bahn zurechtkommen. Letzte Woche stand ich wieder mal zwanzig Minuten lang auf dem kalten Bahnsteig, und das Gefühl, einfach ausgeliefert zu sein, ohne eine echte Alternative, nagt echt an mir. Manchmal denke ich, ob es überhaupt einen Sinn hat, sich auf den Fahrplan zu verlassen, oder ob man einfach immer eine halbe Stunde Puffer einplanen muss.
Ich kenne dieses kalte warten auf dem Bahnsteig nur zu gut und die ständigen Verspätungen fühlen sich wie eine Prüfung an die sich nie erledigt.
Aus der sicht eines analytikers wirkt der fahrplan wie eine idee von ordnung doch die praxis kippt sobald die verspätungen auftreten und man bleibt mit planlosigkeit zurück.
Ich bleibe skeptisch ob der fantasie des fahrplans wirklich hilft oder ob wir uns nur mit terminrahmen zufriedengeben während die eigentlichen verzögerungen bestehen.
Vielleicht geht es auch darum neue Routen zu denken statt immer nur Pufferzeiten zu suchen und sich auf das Gewohnte zu verlassen.
Was ist wenn die frage nicht lautet wie man verspätungen aushaltet sondern wer die stufe der unruhe überhaupt aushalten will?
Ich probiere es mit kleinen ritualen beim einsteigen wie langsames atmen und dem kurzen beobachten der umgebung das beruhigt oft auch wenn der verkehr wieder ins stottern kommt.