Wie geht ihr damit um, wenn Krisenberichterstattung euch belastet?
#1
Ich war letzte Woche auf einer Familienfeier und es ging, wie so oft, irgendwann um die aktuellen Konflikte in der Welt. Mein Onkel, der sonst immer sehr laut seine Meinung kundtut, saß diesmal nur still da und hat kaum etwas gesagt. Später hat er mir gegenüber dann fast flüsternd gesagt, er könne die Bilder aus den Nachrichten einfach nicht mehr ertragen, sie würden ihn nachts verfolgen. Das hat mich irgendwie nicht mehr losgelassen. Ich frage mich, wie andere damit umgehen, wenn die ständige Berichterstattung über Krisen einen plötzlich so persönlich und unerwartet trifft.
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#2
Ich glaube dein Onkel hat dir das sehr ehrlich erzählt. Die Bilder aus Krisen lassen sich selten abschütteln auch wenn man sie nicht absichtlich sucht. Viele reagieren damit dass sie Pausen brauchen und eine Grenze setzen wann Nachrichten rein dürfen. Ein kleiner Weg ist Atmen einen Blick Richtung Fenster machen und danach bewusst entscheiden ob man weiter schaut oder nicht. Es hilft vielleicht wenn man Gespräche über andere Dinge zulässt statt Diskussionen über Eskalation zu führen.
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#3
Aus psychologischer Sicht tauchen Krisenbilder oft in einem Strom auf den unser Gehirn erst sortieren muss. Viele greifen auf Muster zurück wie wiederkehrende Erinnerungen oder Kopfschmerzen nach langen News Sessions. Was braucht es wirklich um informiert zu bleiben ohne die eigene Seele zu belasten?
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#4
Vielleicht überfordert die neue Normalität mit Krisenbildern auch einfach die Fantasie der Menschen. Wer will ständig wissen was schief läuft. Wenn man zu viel news konsumiert bleibt nur noch Frust statt Handlung. Vielleicht ist es ganz sinnvoll mal eine Weile nichts zu sehen. Oder ist es vielleicht doch eine Einladung dazu zu schauen was wir wirklich brauchen?
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#5
Vielleicht könnte man den Blick neu setzen und fragen ob es nicht auch um eine Kunst des Nein sagens geht. Man muss nicht alles mitnehmen. Die Welt dreht sich weiter auch wenn man wenige Bilder sieht.
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#6
Es tut gut zu hören dass niemand perfekt damit umgeht und dass es auch kurze Pausen gibt in denen man einfach mal durchatmet
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