Manchmal frage ich mich, ob wir mit dem ständigen Organisieren von Spielterminen und Aktivitäten unseren Kindern eigentlich etwas wegnehmen. Unser Siebenjähriger hat neulich fast zwei Stunden einfach nur im Garten gesessen und Wolken beobachtet, völlig versunken. Es fühlte sich so kostbar an, aber gleichzeitig schlich sich bei mir dieses ungute Gefühl ein, ich müsste diese Zeit irgendwie "nutzen". Wie handhabt ihr das mit der unverplanten Zeit?
Das klingt wirklich kostbar. So ein stiller Wolkenblick erzählt oft mehr als ein Stundenplan. Für mich fühlt sich unverplante Zeit wie ein kleines Geschenk an, in dem kein Plan drängt. Und doch schleicht sich der Gedanke ein, dass Zeit genutzt werden muss.
Aus entwicklungspsychologischer Sicht braucht ein Kind Freiraum um seine Aufmerksamkeit zu trainieren. Wenn nichts vorgegeben ist lernt es selbst zu entscheiden, was es mit der Zeit macht. Wie lässt sich dieses Gleichgewicht erreichen ohne Druck zu erzeugen?
Vielleicht habe ich das Prinzip falsch verstanden und sehe nur Bequemlichkeit statt Herausforderung. Unverplante Zeit klingt für mich nach freier Luft statt nach Entdeckung. Vielleicht ist es am Ende nur eine Fähigkeit zuzuhören statt etwas zu planen.
Vielleicht geht es nicht darum Zeit zu füllen sondern Muster zu beobachten. Der Garten wird so zum Labor der Wahrnehmung. Die Wolken geben Raum für Fragen statt Antworten.
Ich finde man braucht manchmal klare Signale Rituale damit Kinder sich sicher fühlen. Nicht jede Pause muss kreativ genutzt werden. Langeweile kann auch eine Quelle von Wahrnehmung sein.
Vielleicht geht es um Zeitrhythmen statt Stundenplänen nicht um Fertigprogramme sondern um einen Fluss der Kindheit erlaubt zu wechseln zwischen Zärtlichkeit und Neugier der Welt