Ich stehe gerade vor einem kleinen Rätsel in meiner neuen Wohnung. Das Schlafzimmer ist ein rechteckiger Raum mit einem riesigen Fenster auf der einen Seite, was eigentlich toll ist, aber es fühlt sich irgendwie unfertig an. Ich habe das Bett an die längste Wand gestellt, aber jetzt wirkt die gegenüberliegende Wand so leer und dominant. Ich frage mich, ob ich mit einer geschickten Raumaufteilung mehr Atmosphäre schaffen kann, ohne dass es überladen wirkt. Mir schwebt vor, die Ecke vielleicht anders zu nutzen, aber ich bin unsicher, wie man so eine Leere bricht, ohne gleich wieder Möbel davor zu stellen.
Dieses riesige Fenster lässt den Raum atmen und das Raumgefühl wird sofort offener, doch die gegenüberliegende Wand bleibt wie eine leise Frage an der Seite.
Eine analytische Idee wäre die lange Wand zum Bett zu respektieren und die andere Wand als Bildwand zu nutzen mit einer breiten Matte davor und einer schlanken Sitzbank in der Ecke.
Du willst die Ecke vielleicht als Leseplatz nutzen doch ich stolpere und denke du willst sie als Ablageschneise nutzen und am Ende stapelst du trotzdem mehr Dinge dahin.
Eigentlich klingt die leere Wand eher wie eine Herausforderung die sich nicht mit neuem Mobiliar lösen lässt. Oder ist das alles nur Einbildung?
Statt zu fragen wie man die Wand füllt könnte man fragen wie man mit Licht und Textilien Räume in Räume verwandelt und so eine neue Lesart des Schlafplatzes findet.
Vielleicht hilft ein Konzept der Zonen ohne feste Grenzen dort wo Luft und Stoffe gute Nachbarschaften bilden und damit ein Fließen entsteht ohne klare Trennung.