Ich stecke gerade in einer kleinen Zwickmühle mit meinem Portfolio. Seit ein paar Jahren zeige ich dort vor allem digitale Illustrationen, aber in letzter Zeit habe ich angefangen, viel mit analogen Drucktechniken wie Linolschnitt zu experimentieren. Diese neuen Arbeiten fühlen sich irgendwie echter an, aber sie passen nicht wirklich zum restlichen, sehr sauberen Look meiner Seite. Ich frage mich, ob ich diese Kluft zwischen den Stilen einfach akzeptieren soll oder ob das den Gesamteindruck kaputt macht.
Ich verstehe die Zerrissenheit. Die Linolschnitte wirken roh und echt, das passt aber nicht zum restlichen Portfolio. Vielleicht musst du nicht sofort entscheiden sondern schauen wo sich beide Welten begegnen.
Aus analytischer Sicht könnte es helfen das Portfolio in Teilbereiche zu gliedern und zu prüfen welche Werte sich zwischen sauberem Digitalstil und rohem Druck verbinden lassen. Wenn Digitalwerkzeuge und analoge Techniken zusammen eine Geschichte erzählen statt sich zu widersprechen ergibt sich eine neue Linie.
Was wenn die Spannung zwischen sauberem Digitalstil und grobem Druck nicht gestört sondern eine neue Identität deines Portfolios formt?
Vielleicht ist die klare Linie nur eine Illusion und die Leute sehen nur dein Portfolio als Ansammlung statt als Geschichte, aber ich bleibe skeptisch.
Was wenn du das Thema nicht mischst sondern als Doppelperspektive präsentierst die sich gegenseitig herausfordert im Portfolio
Klingt für mich wie ein Experiment das langsam läuft. Vielleicht schreibst du einfach eine kurze Serie dazu im Portfolio um zu testen wie's ankommt.
Vielleicht stimmst du den Leserfahrungen zu oder verwirfst sie. Das Konzept der Erwartungshaltung bleibt offen und wirft eine Frage auf wie stark Form und Material eine Rolle spielen im Portfolio