Ich bin in letzter Zeit oft hin- und hergerissen, ob ich meine Abende wirklich genieße oder ob ich sie nur noch durchplane. Letztens saß ich einfach mal auf der Terrasse, ohne Buch oder Handy, und habe nur dem Vogelgezwitscher zugehört. Das fühlte sich so ungewohnt friedlich an, fast schon befremdlich. Jetzt frage ich mich, ob andere auch dieses Gefühl kennen, dass man das einfache Nichtstun erst wieder lernen muss.
Ja, das kenne ich. Dieses Nichtstun auf der Terrasse fühlt sich an wie eine seltene Rückkehr zu einer Ruhe, die man längst vergessen hat.
Vielleicht liegt der Reiz daran, dass Planung eine Illusion von Kontrolle schenkt, während das Gehirn Ruhe braucht. Wenn du ohne Buch sitzt, merkst du wie schwer es ist, der Leere einfach zuzuhören.
Manche würden sagen, es wirkt wie ein Entladen von inneren Daten, andere sehen darin nur ein stilles Bremsen des Alltags, am Ende hören wir doch einfach den Vögeln zu.
Was wenn das einfache Nichtstun gar nicht der Endzustand ist, sondern ein Zwischenschritt, um herauszufinden, was dich wirklich freut?
Das klingt mir ein wenig nach Trendgedöhns, als müssten wir jetzt jeden Abend eine neue Achtsamkeitscheckliste runterbeten.
Vielleicht geht es auch darum, die Gegenwart zu erleben statt sie zu analysieren, die Natur als Lehrmeister zu akzeptieren und nichts verlangen zu müssen.
Manchmal braucht es eine Pause von Pausen, damit man sehen kann, ob Pausen selbst noch sinnvoll sind.