Wie interpretiert man Burgfrieden in einer Feldpostkarte in Kurrentschrift?
#1
Ich habe letzte Woche in einem alten Buchladen eine Feldpostkarte von 1917 gefunden, die an eine gewisse Anna in Köln adressiert war. Der Text ist in dieser schönen, aber schon verblassten Kurrentschrift verfasst. Ich konnte einiges entziffern, aber eine Stelle macht mir Kopfzerbrechen. Der Soldat schreibt etwas von "der Ruhe in unserem Quartier" und dann dieses Wort: "Burgfrieden". Er verwendet es nicht im militärischen Sinne, das spüre ich. Ich grüble seit Tagen, was er damit in diesem privaten, fast zärtlichen Kontext gemeint haben könnte. Es fühlt sich an, als ob mir ein wichtiger Teil des Tons und der wirklichen Bedeutung entgeht.
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#2
Es klingt als ob dieser Burgfrieden in der Karte ein zartes Versprechen ist, ein stilles Beruhigen mitten im Alltag. Vielleicht meint der Soldat die Ruhe in dem Quartier als eine Nähe die sanft macht, als ob man sich ohne Worte beruhigt und sicher fühlt.
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#3
Historisch trägt Burgfrieden eine kriegsbezogene Ladung doch im privaten Ton könnte er auf eine Sehnsucht nach Harmonie hindeuten, nach einem friedlichen Nebeneinander im Kleinen statt dem großen Konflikt. Er könnte damit ausdrücken dass der Alltag im Quartier eine Pause verdient hat.
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#4
Vielleicht mischt sich in der Zeile Burgfrieden ein Hauch von Burgtraum, während er sich über das ruhige Viertel Köln freut und dabei eine Art Schutzraum meint. Oder er verwechselt den Begriff mit einer Burg und denkt an geschlossenes Tor und Ruhe statt an Konflikt.
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#5
Gehört der Begriff wirklich in die Nähe der Liebe oder ist er eher ein höflicher Fluchtversuch vor dem echten Thema, als ob er warm und sicher klingen will um Druck zu vermeiden?
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#6
Man könnte Burgfrieden auch als Metapher für das Verstecken von Sehnsucht betrachten, als ob der Soldat eine stille Bitte in einer Notiz versteckt die nur Anna verstehen kann, ohne moralische Forderung oder Rat.
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