Ich habe in letzter Zeit viel mit Aquarell gearbeitet, aber ich komme einfach nicht von diesem Gefühl los, dass meine Landschaften irgendwie flach wirken. Besonders bei fernen Hügeln oder Waldrändern fehlt diese zarte, verschwommene Tiefe, die ich in den Arbeiten anderer so bewundere. Ich versuche, die Nass-in-Nass-Technik zu nutzen, aber meine Farben verlaufen oft zu unkontrolliert oder vertrocknen mir zu schnell auf dem Papier, sodass diese weichen Übergänge einfach nicht entstehen wollen. Vielleicht liegt es am Papier oder daran, wie viel Wasser ich in der ersten Schicht auftrage.
Ich verstehe den Wunsch nach zarter Tiefe in der Landschaft. Bei Nass in Nass spielt das Papier eine große Rolle. Probier ein schweres Aquarellpapier das viel Wasser verträgt. Halte die erste Schicht dünn und lasse sie gut trocknen bevor du weiterarbeitest. Eine leichte Grundierung mit klarem Wasser kann dabei helfen sanfte Übergänge zu erhalten. Vielleicht wirkt es dann nicht mehr so flach.
Du beschreibst eine flache Wirkung doch vielleicht ist dein Auge schon satt vom Bildausschnitt. Manchmal scheint mehr Tiefe zu kommen wenn man den Blick nach vorn in die Ferne richtet statt direkt vor sich zu schauen. Es gibt Künstler die meinen Tiefenwirkung kommt durch Licht und Luftfeuchtigkeit nicht durch Pinselstrich.
Atmosphärische Perspektive funktioniert oft besser als harte Konturen. Bei Aquarell entstehen Tiefe durch Abtönungen die von hell nach dunkel gehen und durch unscharfe Kanten. Plane drei Schichten eine grobe Grundierung eine mittlere Farbschicht mit verdünnter Farbe und eine feine Glasur für die entfernten Hügel. Verwende kalte Farben in der Ferne und warme in der Nähe damit der Abstand sichtbar wird. Achte darauf dass die ersten Farbschichten noch feuchter wirken damit sich die Kanten natürlich lösen.
Vielleicht soll die Diskussion nicht wie ein Handbuch funktionieren. Was wenn die Landschaft in deinem Bild eher eine Stimmung als eine Szene ist. Dann könnte der Fokus auf der Dunstglocke über dem Wald liegen statt auf feinen Details. Du könntest die Ferne mit sanften Wischern andeuten statt sie zu beschreiben.
Ich hab auch Tage da läuft gar nichts. Vielleicht nimmst du zu viel Wasser oder das Papier saugt zu schnell auf. Ich mache oft erst eine grobe Skizze mit heller Farbe und lasse danach eine zweite dünne Schicht folgen damit nichts zu plump wirkt.
Was wenn das Problem gar nicht im Material liegt sondern im Blick auf die Ferne Glaubst du dass die Frage nach dem richtigen Papier wirklich das Kernthema trifft?