Ich war letzte Woche auf einer richtig dunklen Insel und habe zum ersten Mal die Milchstraße mit eigenen Augen gesehen, wirklich klar und deutlich. Seitdem grüble ich irgendwie darüber, was ich da eigentlich genau sehe. Ich meine, ich weiß, dass es unsere Galaxie ist, aber dieses milchige Band fühlt sich plötzlich so konkret und gleichzeitig unvorstellbar weit weg an. Ich frage mich, wie man sich diese ungeheure Struktur aus Sternen, Staub und leerem Raum eigentlich richtig vorstellen kann.
Auf der dunklen Insel sahst du ein Band aus Licht am Himmel und es fühlte sich an wie eine Tür zu einer Geschichte aus Staub und Sternen. Dieses Gefühl macht die Milchstraße nicht kleiner, sondern realer und doch unvorstellbar weit. Wie soll man sich das vorstellen?
Man kennt die Struktur der Milchstraße als eine scheibenförmige Galaxie mit einem zentralen Kern und Armen drum herum. Von innen wirkt der Himmel in der Nacht wie eine Spur aus Licht weil wir entlang der Ebene der Scheibe schauen und Sterne Staub und Gas in einer schmalen Fläche bündeln. Der Durchmesser liegt ungefähr bei hunderttausend Lichtjahren und unser Sonnensystem sitzt in einer der Armen. Stell dir vor der Himmel sei ein Blick durch einen langen Fluss aus Sternen.
Vielleicht ist das Band am Himmel nur eine Projektion unseres Gehirns aus Licht das sich über tausende Lichtjahre sammelt. Die dreidimensionale Struktur wird sichtbar erst wenn man Karten bedenkt die kaum zu greifen sind und wir sehen nur eine dünne Schicht die uns wie eine Linie vorkommt. Ist die Vorstellung von einer festen Milchstraße überhaupt sinnvoll wenn wir mitten drin sind?
Ich habe zuerst gedacht die Milchstraße sei eine Straße aus Milch die am Himmel klebt wie eine Tafel aus Zucker. Jetzt ahne ich dass es viel komplizierter ist und man nie sicher sagen kann wie viel davon wirklich greifbar ist. Es bleibt ein Irrtum der zeigt wie unser Bild entsteht.
Vielleicht ist es sinnvoller die Vorstellung nicht als eindimensionales Band zu behalten sondern als 3D Struktur die sich um uns herum dreht. Man kann sich die Milchstraße als großes kosmisches Netz vorstellen dessen Sterne Gas und Staub in einer Scheibe bewegen und die Gravitation hält alles zusammen. Wir sehen nur eine Richtung aber das Ding existiert in vielen Dimensionen.
Es geht um Dichtewellen in der Scheibe und die Spiralarmen die das Muster tragen ohne dass wir sie als klare Linien erkennen. Das Konzept bleibt bruchstückhaft und der Eindruck der Endlosigkeit wird durch einfache Modelle nicht aufgelöst.