Ich stecke gerade in einem kleinen, aber hartnäckigen Gestaltungsproblem fest. Bei einem persönlichen Buchprojekt habe ich mich für eine Serifenschrift entschieden, die mir für den Fließtext sehr gut gefällt. Jetzt arbeite ich an den Kapitelüberschriften und frage mich, ob ich dort mit einer Grotesk kontrastieren soll oder ob das zu aufdringlich wirkt. Mir gefällt die Idee einer klaren typografischen Hierarchie, aber ich habe Sorge, dass die Kombination zu unruhig wird und die ruhige, klassische Stimmung des Textes stört. Besonders die Auszeichnungen innerhalb der Kapitel machen mir Kopfzerbrechen.
Mir gefällt die ruhige Stimmung deines Textes und der Gedanke an eine klare Hierarchie Typografie kann hier ganz subtil wirken Wenn die Textgestaltung gut arbeitet könnte eine Grotesk in den Überschriften den Blick lenken ohne zu schreien
Vielleicht ist der Plan einer Grotesk als Kontrast zu stark oder zu laut in einem ruhigen Buch Der Text lebt von Rückzug und Geduld nicht von plötzlichen Ausbrüchen Trägt der Titel nun doch zu viel Lärm oder lässt er den Fluss ruhiger erscheinen Wäre das Ziel nicht eher eine stille Distanz
Ich halte es offen der Gedanke an eine Grotesk wirkt kantig wie ein Fremdkörper im Satzbild doch vielleicht passt gerade der Bruch wenn Stil und Thema sich streiten
Stell dir vor der Kapiteltitel wird eher wie ein Ornament behandelt statt wie ein Anker Die Grotesk tritt dann nicht als Lautsprecher auf sondern als eine stille Gegenrede die Hierarchie entsteht durch Abstand und Gestaltungssprache ganz ohne Laute
Persönlich mag ich wenn der Text konsequent bleibt und die Überschriften nur leicht akzentuieren Dann entsteht eine ruhige Lektüre in der der Leser Atmen hat
Manche sehen Konstanz lieber in einer kompromisslosen Entscheidung Aber dieser Ansatz braucht Mut und feines Gespür Was wenn das Thema selbst schon widersprüchlich ist und der Kontrast nur Stress schafft