Ich war dieses Jahr zum ersten Mal auf einem richtigen Festival und bin immer noch ganz hin und weg von der Atmosphäre. Was mich aber irgendwie beschäftigt, ist, dass ich fast die ganze Zeit mit meiner eigenen Gruppe verbracht habe. Ich habe diese riesige, pulsierende Gemeinschaft um mich herum gespürt, aber irgendwie war ich nicht wirklich ein Teil davon. Ich frage mich, ob das bei anderen auch so ist oder ob man da irgendwie anders rangehen muss, um wirklich reinzukommen.
Krass wie die Festivalatmosphäre dich packt und doch bleibt deine Gruppe wie ein Anker während draußen eine pulsierende Menge tobt und diese Distanz wirkt fast wie eine eigene Entscheidung deinerseits?
Aus analytischer Sicht entsteht auf Festivals oft eine riesige temporäre Gemeinschaft doch Zugehörigkeit ist kein Automatismus sondern ein ständiges Ausprobieren von kleinen Ritualen und Blicken die zeigen wer man neben wem steht.
Vielleicht habe ich die Frage zuerst so verstanden dass man sich einfach in die Menge werfen muss um reinzukommen doch die eigentliche Frage klingt viel stiller als das und das irritiert mich ein wenig.
Was bräuchtest du um dich wirklich zugehörig zu fühlen?
Ich bleibe skeptisch gegen den drang sich sofort anzupassen Vielleicht bleibt doch vieles nur oberflächlich und dieser drang nach Zugehörigkeit fühlt sich wie Druck an.
Vielleicht lässt sich der Sinn des Festivals neu rahmen denn man kann auch Teil des Moments sein ohne im Mittelpunkt zu stehen und ohne den Anspruch der Zugehörigkeit zu erfüllen.