Ich sitze gerade an meinem ersten großen Review-Artikel und frage mich, wie andere mit der Flut an Literatur umgehen. Ich habe das Gefühl, für jeden Absatz fünfzig Paper zu lesen und dann doch das eine zu verpassen, das alles infrage stellt. Besonders bei der systematischen Literaturrecherche frage ich mich, wann man eigentlich aufhören kann zu suchen, ohne dass es unverantwortlich wird.
In der Literaturrecherche für einen Review hilft es von Anfang an eine klare Fragestellung zu haben und eine begrenzte Suchstrategie zu definieren. Datenbanken festlegen Kernarbeiten auswählen und dokumentieren warum andere Papiere ausgeschlossen wurden.
Vielleicht ist das Problem weniger der Mangel an Papers als die Angst das eine wichtige Paper zu verpassen. Statt endlos zu suchen wähle ich eine Stopregel und prüfe ob die wichtigsten Perspektiven abgedeckt sind.
Ich frage mich ob man notgedrungen unvollständige Abdeckungen akzeptieren muss. Das Lesen von Dutzenden Papern pro Absatz ist pragmatisch doch wie lässt sich Verzerrung vermeiden?
Eine andere Perspektive rahme das Thema neu zum Beispiel indem du die zentrale Prämisse kritisch auf den Boden rückst und statt strikt zuzustimmen das Spannungsfeld zwischen Befunden und Methoden beleuchtest.
Manche Abschnitte entstehen als würden sie aus einer Fehlannahme geboren das kann spannend sein weil es Denkfehler sichtbar macht.
Es klingt sinnvoll zu fragen was der Leser wirklich wissen möchte und wie viel fragwürdige Fußnote akzeptabel ist?
Schließlich könnte eine Stimme die Grundannahme selbst infrage stellen wer bestimmt was als relevante Literatur gilt wer hat die Macht zu entscheiden wann der Kreis geschlossen ist?