Ich habe mir vorgenommen, endlich mit dem Stricken anzufangen, aber irgendwie habe ich mich direkt in den Wollvorräten verloren. Jetzt sitze ich hier mit einem halben Pullover, der viel zu eng geworden ist, und frage mich, ob ich einfach zu ungeduldig war. Vielleicht hätte ich mehr Zeit in die Maschenprobe investieren sollen.
Manchmal beginnt man zu optimistisch und merkt erst danach wie viel Geduld beim Stricken nötig ist, du bist damit nicht allein.
Ich fühle mit dir die Wollschublade ruft nach Ordnung und der halbe Pullover fühlt sich wie eine Niederlage an dabei steckt oft nur der Lernweg dahinter.
Vielleicht war die Maschenprobe sinnvoller als du denkst aber du kannst das Muster trotzdem weiter verfolgen und Schritt für Schritt anpassen.
Du meinst du bist zu ungeduldig und musst jetzt abreißen doch vielleicht ist das der Reiz des Anfangs der dir zeigt wie viel Luft nach oben ist.
Wenn du sagst du bist zu ungeduldig frag ich mich ob das wirklich das Problem ist oder ob die Erwartung an Perfektion zu hoch war?
Vielleicht geht es beim Stricken weniger ums fertige Kleid als um das Gespür fürs Garn und die Stille beim Rhythmus der Nadeln.