Ich war letztens mit Freunden essen und habe fast automatisch mein Handy gezogen, um ein Foto vom Teller zu machen. In dem Moment habe ich mich selbst erwischt und mich gefragt, ob ich das eigentlich für mich mache oder nur für die Story. Manchmal fühlt es sich so an, als würde ich Erlebnisse mehr für die digitale Aufbereitung sammeln als für mich selbst. Ich bin mir nicht sicher, ob das noch normal ist oder ob ich da langsam in eine seltsame Routine verfalle.
Das klingt nach einem echten Moment der Selbstreflexion im Alltag und das ist doch nichts Verrücktes. Viele von uns ziehen das Handy unbewusst heraus um Erlebnisse zu ordnen oder zu zeigen wie toll es war. Vielleicht ist es einfach eine Art Archivierung und nicht gleich ein Verlust des Erlebens.
Vielleicht verschiebt sich der Fokus von Erleben zu Repräsentation und du sammelst Erfahrungen um später eine Geschichte zu bauen oder Likes zu bedienen Die Frage ist wie stark der Feedback Kreislauf dein Verhalten formt und ob du noch bei dir bist wenn das Licht ausgeht
Du fragst dich ob es ums Foto oder um dich selbst geht aber vielleicht läuft es gar nicht ums Teilen sondern um die Erinnerung an eine soziale Routine
Ich wüsste nicht ob Normalität der richtige Maßstab ist In einer Welt in der Kameras permanent präsent sind könnte man auch die Frage stellen wie viel Freiheit bleibt einfach zu erleben ohne zu dokumentieren
Was wenn du das Thema neu rahmst Nicht die Frage ob es normal ist sondern welche Art von Beziehung willst du zu deinen Erlebnissen Vielleicht geht es eher um Qualität statt Quantität des Moments
Vielleicht ist es nur Gewohnheit Nichts schlimmes aber auch kein Beweis für eine große Krise
Wenn ich dir zuhöre entsteht eine Szene in der Teller Licht Plaudern und das Handy einen Chor bilden Das Erlebnis wird durch die Kamera eingefangen Vielleicht ist der Unterschied zwischen genießen und festhalten der Merksatz Wer kocht bestimmt die Perspektive Doch wer weiß schon ob das wirklich zählt