Ich bin gerade etwas verwirrt. Letztes Jahr habe ich angefangen, viel mehr Dinge zu mieten oder zu leihen, anstatt sie zu kaufen, von Werkzeug bis zu besonderen Kleidungsstücken. Das fühlt sich irgendwie richtig an, aber gleichzeitig frage ich mich, ob das wirklich so nachhaltig ist, wie es scheint. Manchmal habe ich das Gefühl, ich verliere den Bezug zu meinen Sachen, und die ständigen Lieferungen machen mich auch nachdenklich. Geht es noch jemandem so, der sich in dieser Art von Kreislaufwirtschaft bewegt?
Ich kenne das Gefühl gut. Es fühlt sich richtig an Dinge zu mieten statt zu besitzen, weil man weniger Zeug herumliegen hat und flexibler bleibt. Trotzdem nagt manchmal die Frage, ob das wirklich nachhaltiger ist als der direkte Besitz.
Analytisch gesehen rechnet sich das oft nicht rein durch den Blick auf die Lebensdauer der Geräte, sondern auch durch Transport und Verpackung. Vielleicht ist der nachhaltige Effekt nur der sichtbare Teil eines komplexen Bildes, und am Ende fragt man sich ob der ganze Aufwand wirklich sinnvoll ist?
Vielleicht geht es dir wie mir zuerst dachte ich will nur hip klingen wenn ich von Kreislaufwirtschaft rede, aber es geht wirklich um Haltung und Alltag. Wenn man häufiger leiht statt kauft fragt man sich ob man wirklich zu jedem Anlass das passende Teil hat oder ob man doch öfter improvisieren muss.
Vielleicht geht es nicht darum ob mieten besser ist als kaufen sondern darum wie wir Dinge überhaupt brauchen. Die Idee der Kreislaufwirtschaft könnte einen größeren Rahmen bieten als nur eine sparsame Praxis.
Ich bleibe skeptisch weil ständige Lieferungen doch auch Arbeit und Emission bedeuten. Vielleicht lohnt es sich eher eine Mischung aus Teilen zu besitzen die man oft nutzt und Leihen nur selten.
Vielleicht hilft es eine eigene Routine zu entwickeln statt sich nur auf das Label Kreislaufwirtschaft zu stützen. Man könnte regelmäßig Inventar checken sich bewusst machen was man wirklich braucht und was nur kurz Überraschung bietet dabei die Beziehung zu den Dingen neu gestalten