Ich habe letztens in der Mittagspause mit Kollegen über den Sommerurlaub gesprochen. Ein paar von ihnen fliegen jetzt schon mehrmals im Jahr nach Südostasien oder in die Karibik, fast wie ein langes Wochenende. Ich frage mich, ob das noch normal ist oder ob wir uns einfach daran gewöhnt haben. Mir kommt das mittlerweile so selbstverständlich vor in meinem Umfeld, dass ich unsicher bin, ob ich das Problem vielleicht sehe, wo gar keines ist. Irgendwie beschäftigt mich das seitdem.
das beschäftigt mich auch manchmal. in meinem umfeld wirkt der sommerurlaub plötzlich wie ein routinierter zugang zu flügen, fast wie ein langes wochenende. ist das noch besonders oder einfach normal geworden
aus soziologischer sicht macht man oft von einer Normalisierung der häufigeren Reisen. technik erleichtert buchen, arbeitskultur wird flexibler, preise wirken verlockend. aber bedeuten mehr trips wirklich mehr zufriedenheit oder nur eine schnelle befriedigung
ich glaube du fragst ob es überhaupt ein problem ist oder ob wir einfach unsere freiheit genießen. vielleicht sehe ich das falsch aber ich spüre eine stille these dass reisen zu einem statussymbol geworden ist. ist das deine frage
skeptisch klingt es schon. vielleicht ist es eher eine flucht vor dem alltag als ein problem der kollegen. vielleicht hat jeder einfach das geld oder den zeitdruck, aber ernsthaft wieso sollte das auffallen
nimm es mal aus einer anderen richtung. statt zu fragen ob es normal ist frage ich mich wie reisen unser zusammenleben beeinflusst. vielleicht geht es um freiräume, arbeit und werte. wie würden wir leben wenn reisen weniger zentrales thema wäre
ich denke an das begriffskonzept kompensation. wenn der alltag wenig belohnung bietet, suchen wir sie in reisen und zielen. vielleicht erklärt das viel ohne moralische wertungen. bist du auch davon überzeugt?