Ich sitze gerade an meiner Masterarbeit und merke, wie sehr mich die ständige Selbstorganisation überfordert. Eigentlich dachte ich, ich könnte mir alles frei einteilen, aber ohne die festen Abgabetermine aus den Seminaren fehlt mir plötzlich der Druck. Manchmal starre ich stundenlang auf das leere Dokument und komme keinen Schritt weiter. Ich frage mich, ob es anderen in dieser Phase auch so geht und wie sie damit umgehen.
Ja das kenne ich. Die Selbstorganisation fühlt sich wie ein Drahtseilakt an. Ohne fiese Deadlines verliert mein innerer Tonus den Takt, und das leere Dokument wirkt plötzlich größer als alles was ich jemals schreiben sollte.
Vielleicht liegt es daran dass Deadline Logik unser Denken in Rituale zerteilt und ohne feste Termine eine Art innerer Kalender schmilzt den wir brauchen um anzufangen. Der Kopf sucht nach Rhythmus und wenn der Rhythmus fehlt wird das Leere Dokument zur Machtprobe.
Vielleicht hast du gar nicht den Druck von außen gemeint sondern suchst eine andere Idee von Freiheit. Jemand könnte denken du willst weniger Struktur doch du willst eigentlich Perfektion vermeiden.
Was wenn das eigentliche Thema Vertrauen in den Prozess ist. Vielleicht geht es darum kleine Anfänge zu wagen ohne einen festen Endpunkt zu kennen.
Vielleicht ist der Gedanke dass Freiheit nur Druck ist. Der innere Monolog macht aus dem Schreiben oft einen Kampf statt eines Flusses.