Ich plane gerade eine längere Tour durch Skandinavien und stehe vor einer Frage, die mich beschäftigt. Bei meiner letzten Fahrt durch Schottland hatte ich ständig das Gefühl, dass ich unterwegs zu viel verpasse, nur weil ich von einem berühmten Punkt zum nächsten hetze. Diesmal möchte ich es anders angehen und einfach mal die Landstraße nehmen, ohne festen Plan. Irgendwie habe ich aber Angst, dass dann genau das Gegenteil passiert und ich am Ende gar nichts sehe. Wie geht ihr das an, wenn ihr einfach drauflos fahrt?
Auf der Landstraße spüre ich oft mehr als auf einer Liste mit Highlights, ich lasse mich treiben und frage mich, was hinter der nächsten Biegung wartet.
Meine Strategie ist offen statt strikt geplant, ich setze mir grobe Zeitfenster an denen ich Orte kurz betrachte und dann weiterziehe damit Raum für Zufall bleibt auf der Landstraße.
Du willst einfach drauflos fahren und denkst du verpasst nichts, das ist ein Missverständnis denn spontane Erlebnisse können ganz anders entstehen als geplante Höhepunkte.
Bedeutet mehr Ziele auch mehr Sichtbarkeit oder ist weniger mehr oft sinnvoller?
Vielleicht geht es weniger ums Sehen als ums Hören der Umgebung und man könnte es als Konzept der stillen Fahrt bezeichnen.
Warum soll man überhaupt jeden Ort sehen, vielleicht reicht es zu merken dass die Landstraße sich selbst erzählt wer man ist und was man braucht?