Ich habe letztens eine alte Kiste mit meinen Schulheften gefunden und war echt überrascht, wie anders ich damals über bestimmte Dinge gedacht habe. Es fühlt sich fast so an, als würde ich die Notizen von einer fremden Person lesen. Manchmal frage ich mich, ob diese Version von mir irgendwo noch existiert oder ob sie einfach komplett überschrieben wurde. Das hat mich zu einem ziemlichen Gedankenkarussell gebracht.
Dieses Fundstück trifft dich mitten ins Herz. Da sitzt du in der Gegenwart und liest eine andere Person, die mal war, und plötzlich wird die Frage laut Wer war diese Identität damals und wer bin ich heute noch. Es fühlt sich an wie ein Gespräch mit einer fremden Stimme, die doch aus derselben Hand stammt.
Vielleicht ist Identität kein Fels sondern ein Fluss aus Erinnerungen Gewohnheiten und Entscheidungen. Die alten Notizen sind Steine im Flussbett die zeigen wie dein Denken sich verschoben hat aber nicht wer du insgesamt bist.
Fühlt es sich an als diskutierst du mit einer fremden Version von dir selbst. Die Notizen könnten eher Reste alter Selbstgespräche sein als eine andere Person.
Ich bin skeptisch aber auch verlegen. Vielleicht ist das Gehirn müde vom Archivieren und Identität hat mehr mit Gewohnheiten zu tun als mit einer verlorenen Kopie.
Stell dir vor Schreibstil ist eine Brücke über die Zeit die Kiste ist kein Portal sondern ein Spiegel der dich daran erinnert dass Identität mehr Kontinuität ist als klare Linien.
Vielleicht wird die Frage selbst wichtiger. Was macht den eigenen Denkraum zu deinem Raum?