Ich habe letztens mal wieder die alten Folgen von "Löwenzahn" mit Peter Lustig geschaut, und irgendwie hat mich das total nachdenklich gemacht. Diese eine Folge, in der er so selbstverständlich mit seinem Bollerwagen loszieht, um irgendwas in der Natur zu erforschen – das fühlt sich heute fast wie eine andere Welt an. Ich frage mich, ob diese Art von kindlicher, unvoreingenommener Neugier einfach ein Produkt ihrer Zeit war. Ob wir heute, mit allem Wissen nur einen Klick entfernt, so einen direkten, fast schon magischen Zugang zu den Dingen überhaupt noch finden können. Das hat mich nicht losgelassen. Geht euch das auch manchmal so mit den Dingen aus eurer Kindheit?
Das trifft mich auch. Neugier war früher wie ein Kompass und der Bollerwagen ein kleines Tor zur Natur. Die Welt schien direkt zu antworten und jeder Schritt war eine Entdeckung. Heute entdecke ich oft nicht so schnell diese Spur weil alles schon zu offensichtlich und vernetzt ist Vielleicht vermisst man einfach dieses unmittelbare Staunen
Wenn ich darüber nachdenke wirkt der Zugang heute eher wie eine Frage des Rahmens Das Wissen liegt im Netz doch oft fühlt sich das wie eine Menge an Träumen an statt einer echten Begegnung mit der Sache Neugier bleibt sie braucht Raum sich zu entfalten Ist das nicht paradox dass die Möglichkeiten gerade dann wachsen wenn die Geduld schrumpft
Vielleicht geht es weniger um Wunder als um wie wir Aufmerksamkeit strukturieren Die Idee vom direkten Griff zur Sache ist eine Erzählung die sich mit der Zeit verändert Wir könnten stattdessen sagen dass Neugier sich wandelt in eine Form von Langzeitbeobachtung und geduldigen Versuchshaltungen Aber was bedeutet das wirklich bleibt offen