Ich sitze gerade wieder mal bis spät abends über meinen Büchern und frage mich, ob das eigentlich noch effektiv ist. Seit dem Semesterstart versuche ich, jede Vorlesung akribisch mitzuschreiben und dann nochmal sauber abzutippen. Das frisst so viel Zeit, und wenn ich dann in der Altklausur sitze, habe ich oft das Gefühl, dass ich zwar viel gelesen habe, aber wenig wirklich verstanden. Vielleicht liegt es daran, dass ich beim reinen Wiederholen nicht aktiv genug bin. Wie macht ihr das, wenn ihr euch auf Prüfungen vorbereitet?
Ich sitze oft bis vier Uhr morgens über den Texten und frage mich ob das wirklich hilft. Die Idee einer Lernstrategie klingt verlockend aber der Alltag kommt dazwischen. Vielleicht probierst du kurz gefasste Selbstabfragen direkt nach jedem Abschnitt statt endlos zu tippen. So bleibt der Stoff eher im Kopf als nur im Notizbuch. Du kennst das Gefühl auch, oder?
Aus logischer sicht ist mehr lesen nicht gleich transfer. Wenn das Wiederholen keine aktiven Schritte beinhaltet bleibt das Wissen an der Oberfläche. Eine Lernstrategie könnte laute Selbstfragen stellen und die Antworten laut zusammenfassen um den Transfer zu fördern. Hmm klingt das wirklich hilfreich?
Vielleicht denk ich dass Schreiben der Vorlesung nur eine Brücke zur Prüfung ist ohne echte Verinnerlichung. Vielleicht klappt es besser mit kurzen Erklärungen im Kopf statt textlicher Notizen so fühlt es sich beim Klausurablauf natürlicher an. Geht dir das auch so?
Viele Leserinnen wollen harte Fakten andere sehen Lernstrategie als Kunst des Vergessens. Probier vor dem nächsten Seminar zwei Fragen zu stellen und danach laut zu reflektieren. Was hältst du davon?
Eine Idee die ich noch nicht ganz kapiert habe ist Interleaving also Themen abwechselnd statt hintereinander zu üben. Dadurch muss das Gehirn häufiger neu verknüpfen und das Gelernte bleibt flexibler. Vielleicht bleibt am Ende mehr hängen vielleicht auch nicht.
Vielleicht ist die Frage selbst falsch gestellt denn effektives Lernen lässt sich nicht in eine einzige Formel pressen. Wer sagt denn dass Wiederholen immer die Lösung ist?