Ich stecke gerade in einer ziemlichen Zwickmühle mit einem Logoentwurf für einen kleinen Café-Laden. Die Kundin ist von der ersten Skizze total begeistert, aber ich habe das Gefühl, es fehlt noch etwas, um wirklich einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Irgendwie fühlt es sich zu sicher an, zu sehr nach dem, was alle erwarten. Ich frage mich, ob ich noch einen Schritt weitergehen soll, auch wenn sie schon zufrieden ist.
Ich spüre du bist dem richtigen Weg sehr nah aber da ist dieses kleine Zögern das manchmal wichtig ist Die erste Skizze hat eine klare Idee doch ein Logo wird oft erst wirklich memorabel wenn es eine unerwartete Note hat Vielleicht reicht eine winzige Veränderung im Rhythmus von Form und Farbe die nicht zu laut ist aber im Gedächtnis bleibt Woran du merkst dass es veränderte Richtung verdient ist dieses Kribbeln dass noch etwas fehlt ohne dass man es exakt benennen kann
Aus designwissenschaftlicher Sicht fängt eine starke Marke mit Wiedererkennung an und dein aktuelles Logo hat das Sicherheitsgefühl eines gängigen Musters Vielleicht lohnt es sich mit Vergleichen zu arbeiten eine stärker gestaltete Typografie mehr Negative Space oder ein Monogramm das eine Geschichte erzählt ohne Worte zu verwenden Der Trick ist oft eine Linie zu finden die genug fragt damit der Betrachter mehr sehen will ohne das Thema zu verraten
Vielleicht denkt die Kundin sie will nur etwas Ruhiges und Betont gemütliches und nicht sofort auffallen und du interpretierst das als Einladung zu Mehr Mut Manchmal verläuft der Dialog so dass der Entwurf am Ende nur noch schwer zu deuten ist und man sich selbst in eine Ecke drängt aus der man nicht mehr rauskommt
Was wenn die eigentliche Frage gar nicht ist wie man das Logo verändert sondern ob man überhaupt weitergehen soll?