Ich stecke gerade in einer ziemlichen Zwickmühle, was meine freiberufliche Arbeit angeht. Seit ein paar Jahren verdiene ich mein Geld hauptsächlich mit Illustrationsaufträgen für kleine Unternehmen, was eigentlich ganz gut läuft. Aber ich spüre immer stärker den Drang, mich in eine ganz andere Richtung zu entwickeln, hin zu konzeptionelleren und persönlicheren Projekten. Das Problem ist, dass diese Art von Arbeit finanziell einfach nicht vorhersehbar ist und ich mir gerade einen gewissen Lebensstandard aufgebaut habe, auf den ich nicht verzichten kann. Ich frage mich, wie andere diesen Spagat zwischen kommerzieller Sicherheit und künstlerischer Erfüllung hinbekommen, ohne dabei völlig auszubrennen.
Es klingt hart, aber du bist nicht allein. Viele versuchen zwei Spuren zu fahren. Lege dir eine sichere Basisschicht aus kommerziellen Aufträgen an und nutze kleine persönliche Projekte als Lernfeld. Setze klare Grenzen im Kalender und schaffe Pufferzeit für Erholung. Vielleicht hilft ein Retainer oder Monatsbudget. Wichtig ist, dass du deine Lebenshaltung verstehst und nicht alles riskierst. Am Ende geht es um Balance ohne auszubrennen. Wenn du eine Linie findest zwischen Sicherheit und Freiheit, wirst du ruhiger arbeiten.
Eine praktikable Perspektive ist zwei zahme Felder zu definieren. Ein stabiler Umsatz aus bestimmten Auftragsformen und ein zweites Feld für persönliche Arbeiten das in Zeitfenstern geschieht. Der Trick ist vorhersehbare Grundaufträge zu sichern und regelmäßige Puffer zu schaffen. Man könnte mit Retainers arbeiten oder Stundenpakete anbieten. So bleibt die Kunst nicht im Gefecht der Finanzen verloren. Was hältst du davon?
Vielleicht verstehe ich dich falsch und du willst die freiberufliche Arbeit gar nicht weniger machen sondern sofort ganz tief in konzeptionelles Zeug einsteigen und alle Aufträge ablehnen. Das klingt dramatisch aber so könnte der Eindruck sein den ich bekomme.
Was wenn der Spagat gar nicht zwischen Sicherheit und Kunst liegt sondern darin wie überzeugend eine Idee wirklich ist. Vielleicht ist das eigentliche Problem nicht das Einkommen sondern die Erwartung anderer oder die Angst vor Leerlauf. Statt zwei gegensätzliche Pfade zu suchen könnte man ein gemeinsames Projektpaket bauen das Aufträge und persönliche Ideen verbindet und sich finanziell stabilisieren lässt.