Ich bin in letzter Zeit ständig hin- und hergerissen. Eigentlich liebe ich meinen Job, aber seit das Projekt Fahrt aufgenommen hat, arbeite ich oft bis spät abends und selbst am Wochenende denke ich nur an die anstehenden Aufgaben. Mein Partner hat neulich beiläufig erwähnt, dass ich ja gar nicht mehr wirklich da bin, selbst wenn ich physisch anwesend bin. Das hat mich nachdenklich gemacht. Ich frage mich, wie andere das handhaben, wenn die Arbeit einen einfach komplett vereinnahmt, ohne dass man es richtig merkt.
Ich kenne dieses Ziehen vor dem Feierabend und doch das Gefühl dass die Nacht noch weitergehen könnte. Es ist nicht nur Müdigkeit es ist auch ein stiller Verlust von Präsenz wenn dein Kopf schon bei der nächsten Aufgabe hängt.
Vielleicht bist du in einem Leistungsfluss in dem Belohnung und Bestätigung über Erfolg im Projekt laufen statt über Gespräche oder Grenzen. Achte auf Signale wie Schlaf Reizbarkeit mangelnde Freude an Kleinigkeiten das sind Hinweise dass die Grenzlinie verschoben ist Work Life Balance wird dabei oft vernachlässigt und erst dann merkst du wie schwer es wird.
Vielleicht denkt der partner du bist jetzt der projektchef deiner eigenen Gedankenküche und hörst nur noch auf Arbeitsgeräusche statt auf Geschichten aus dem Alltag. Klar klingt es übertrieben doch irgendwo steckt eine Wahrheit drin Leidenschaft kann verstellen was wichtig ist.
Was wäre wenn das schon länger so läuft und dieses Projekt nur der Auslöser war statt der Ursache?
Vielleicht kann man das Thema neu rahmen statt zu fragen wie man nicht mehr vereinnahmt wird Man könnte versuchen Arbeit als eigenes System zu sehen das man mit einer Sprache und Rituale der Abgrenzung versieht und nicht gegen den Kontinent der Aufgaben kämpft.