Manchmal frage ich mich, ob wir mit den vielen Aktivitäten am Wochenende nicht einfach nur durchdrehen. Letztes Jahr war es noch der Eltern-Kind-Turnkurs, jetzt ist es der Schwimmkurs, der Kindergeburtstag und dann noch der Ausflug in den Zoo – alles an zwei Tagen. Ich merke, wie ich mich am Sonntagabend frage, ob wir überhaupt etwas zusammen erlebt haben, oder ob wir nur von einem Termin zum nächsten gehetzt sind. Andere Familien scheinen das auch so zu machen, aber irgendwie fehlt dann die Zeit, einfach mal nichts zu tun.
Ich kenne dieses Gefühl wenn das Wochenende wie eine Liste aus Terminen wirkt und am Sonntag Abend bleibt nur die Frage ob wir wirklich Zeit füreinander hatten. Vielleicht suchen wir uns mehr gemeinsame Augenblicke statt weiterer Termine?
Aus analytischer Sicht führt viel Planung oft dazu dass Gefühle verloren gehen. Wenn jeden Tag Aufgaben drängen bleibt wenig Platz um zu sehen wer neben dir sitzt. Vielleicht ist es weniger der Termindruck als eine stille Vereinbarung mit der Zeit die wir nicht brechen.
Vielleicht geht es gar nicht darum dass wir zu viel tun sondern darum wie wir zählen was gut war. Ich frage mich ist der Wert von gemeinsamen Stunden messbar oder reicht schon ein stiller Blick über den Tisch?
Vielleicht ist es auch nur der Druck der anderen Eltern die uns glauben lassen dass mehr Aktivität besser ist. Wer bestimmt wie Erlebnisse aussehen sollen. Das Thema nervt mich ein wenig.
Vielleicht sollten wir das Gegenprogramm wagen und die Nacht ruhiger halten statt immer lautere Geschichten zu planen. Vielleicht wäre Nichtstun auch eine Form von Erlebnis.