Ich war letztes Jahr zum ersten Mal alleine wandern in den Alpen und hatte mir eigentlich fest vorgenommen, einfach mal abzuschalten. Jetzt schaue ich mir die Fotos von damals an und merke, dass ich ständig aufs Handy geschaut habe, obwohl kaum Empfang war. Irgendwie hatte ich das Gefühl, ich müsste die ganzen Eindrücke sofort teilen oder nach der nächsten schönen Stelle für ein Bild suchen, anstatt sie einfach zu genießen. Das hat den Trip irgendwie komisch gemacht. Geht das noch jemandem so, dass man selbst in der Natur dieses Bedürfnis nach digitaler Bestätigung nicht loswird?
Ja das kenne ich gut In der Natur wirkt der Moment oft digital statt einfach echt zu sein und man greift doch wieder zum Handy um den Eindruck zu speichern statt ihn einfach zu erleben.
Aus psychologischer Sicht ist das Bedürfnis nach digitaler Bestätigung vermutlich ein Belohnungssystem das ständig neues Futter braucht.
Ich habe das am Anfang so verstanden dass das Handy eine Brücke zu Freunden ist doch in Wahrheit war es eher eine Ablenkung vor dem Alleinsein.
Was wenn der Druck gar nicht verschwindet sondern man ihn als Teil der Wanderung akzeptiert statt gegen ihn anzukämpfen?
Mich nervt der Ton der ständigen Ratgeberstimme im Kopf die sagt man müsse unbedingt posten sonst verpasst man was.
Vielleicht lohnt es sich das Thema neu zu rahmen und das Teilen als Spurmarke zu sehen statt als Ersatz für das Erlebnis.
Manchmal ist der Blick auf den Bildschirm einfach eine eigene Landschaft und es ist okay das so zu akzeptieren auch wenn die Stille ruft.