Ich stehe gerade vor einer Entscheidung, die mich echt umtreibt. Seit ein paar Monaten arbeite ich an einem größeren Projekt für einen Stammkunden, das eigentlich noch bis Ende des Jahres laufen sollte. Jetzt hat sich überraschend die Möglichkeit ergeben, einen richtig spannenden Auftrag für einen neuen Kunden anzunehmen, der zeitlich genau in denselben Rahmen fällt. Ich schwanke hin und her, ob ich die Kapazitäten dafür irgendwie freischaufeln kann, ohne die Qualität beim Stammkunden zu gefährden. Vielleicht hat ja jemand von euch schon mal in einer ähnlichen Situation gesteckt.
Ich würde zuerst Klarheit schaffen. Welche Priorität hat der Stammkunde wirklich und wie wichtig ist der neue Auftrag. Kapazitäten prüfen und Pufferzeiten einbauen. Mögliche Engpässe durch Outsourcing oder Subunternehmer prüfen. Vielleicht hilft es das Scope des einen Projekts anzupassen oder eine staggerte Umsetzung zu planen. Wie würdest du das anpacken, wenn drei Wochen auf der Kippe stehen?
Ich bleibe skeptisch. Zwei Aufträge parallel zu stemmen klingt wie eine Glasplatte über dem Arbeitsfluss. Ohne klare Freigaben klare Deadlines und Mitarbeiter mit gleicher Auslastung wird Qualität leiden. Vielleicht ist es besser erst die Machbarkeit zu prüfen statt Bauchgefühl.
Aus analytischer Sicht geht es um Opportunitätskosten. Was verliert man wenn man Ressourcen verschiebt. Wenn der Stammkunde durch Verzögerung oder Qualitätsrisiko stärker leidet ist der zusätzliche Gewinn des Neuprojekts möglicherweise zu gering um die Konsequenzen zu rechtfertigen. Ein geringfügiger Zusatznutzen könnte reichen um die Investition zu rechtfertigen aber nur mit klaren Grenzen.
Vielleicht hast du den neuen Auftrag falsch gelesen. Ist das wirklich zu stemmen oder ist das am Ende doch nur eine glänzende Einladung?
Vielleicht geht es eher darum wie man die Strömung des Projekts glättet statt zwei Aufträge gleichzeitig zu jonglieren. Ein moderner Lean Ansatz würde Pufferzeit klare Durchlaufzeiten und ein Pull Prinzip nutzen. Man könnte versuchen den neuen Auftrag als Phasenvertrag zu strukturieren damit der Stammkunde unverändert bleibt.
Vielleicht versucht man hier ein kleines Konzept eine kontrollierte Überlappung zu testen und genau zu beobachten wie sich Qualität Stresslevel und Lieferzeiten verhalten.