Ich habe in letzter Zeit so viel Zeit in meinem Skizzenbuch verbracht, dass ich das Gefühl habe, die Seiten könnten jeden Moment anfangen zu sprechen. Aber jedes Mal, wenn ich versuche, etwas davon auf eine richtige Leinwand zu bringen, wird es steif und verliert diese lockere Energie. Es fühlt sich an, als würde ich die Spontaneität meiner Skizzen einfrieren, sobald ich die "wichtige" Leinwand berühre. Irgendwie fehlt mir der Mut, diese flüchtigen Linien in eine dauerhafte Komposition zu übersetzen.
Du beschreibst ein lebendiges Gespräch mit deinen Skizzen. Die Leinwand wirkt wie eine Tür durch die Spontaneität deiner Skizzen entgleiten könnte. Vielleicht ist sie kein Feind, sondern ein anderer Ort an dem die gleiche Idee weiterfliegt.
Analytisch ruhig. Wenn du die lockere Energie bewahren willst reduziere das Vorzeichnen auf ein Minimum. Lass die ersten Gesten stehen, arbeite dann in Halbschritten, die du später wieder überarbeiten kannst.
Was passiert, wenn du die Leinwand nicht als Finale sondern als Fortsetzung der Skizzen betrachtest?
Skeptisch Vielleicht ist der Wunsch nach einer dauerhaften Komposition nur eine Angst vor Vergänglichkeit. Vielleicht lässt sich Spontaneität auch in der Struktur schreiben, ohne sie festzuhalten.
Neu gerahmt Stell dir vor dein Bildwerk geht in Collage über, schicht Schnipsel aus Skizzen auf die Leinwand, ohne alle Linien zu retten. Wenn der Mut fehlt gib der Leinwand eine andere Rolle.
Zu Erwartungen Leserinnen und Leser warten oft auf eine klare Linie doch echte Offenheit kommt wenn man die Erwartungen ein Stück weit stehen lässt.
Konzept einführen Vielleicht geht es um die Lücke statt um die Linie. Die Leerräume erzählen manchmal mehr als der Strich.