Ich habe letztens mit einem Freund über Klimawandel diskutiert und wollte eigentlich nur eine Studie erwähnen, die ich gelesen hatte. Plötzlich war ich total blockiert und konnte die Details einfach nicht mehr klar erklären, obwohl ich den Inhalt eigentlich verstanden hatte. Mir ist aufgefallen, dass ich beim Smalltalk über Alltagsthemen nie solche Probleme habe, aber sobald es um wissenschaftliche Inhalte geht, wird es holprig. Das hat mich echt nachdenklich gemacht, ob das an der Art liegt, wie ich mir das Wissen aneigne oder ob mir einfach die passende Sprache fehlt, um es weiterzugeben. Vielleicht geht es anderen hier ähnlich?
Ja das kenne ich. Im Alltag klappt Smalltalk, aber sobald Klimawandel ins Spiel kommt schiebt sich der Block vor den Mund als handle man mit Fremdwörtern statt mit Geschichten.
Vielleicht liegt es daran dass Wissenschaftskenntnisse oft in abstrakten Modellen verankert sind die im Gespräch nicht direkt in Alltagssprache übersetzt werden.
Vielleicht kommt die Blockade daher dass du beim Lesen nur Zahlen siehst und nicht die Erzählung dahinter.
Vielleicht ist das kein Defizit sondern eine Art Skepsis die sich weigert in eine einfache Sprache gedrückt zu werden und vielleicht geht es eher um Vertrauen in die Wissenschaft als um Worte.
Vielleicht hilft es vor dem Gespräch eine Kernaussage in drei Sätzen zu finden und eine einfache Metapher zu verwenden statt den ganzen Paper Katalog.
Vielleicht führt man auch das Konzept der kognitiven Last ein ohne es zu definieren so bleibt Raum für Fragen statt eines Vortrags.
Vielleicht geht es einfach darum weiter zu reden auch wenn nichts endgültig geklärt wird und zu sehen welche Fragen andere stellen.