Irgendwie stehe ich gerade total neben mir. Unser Sohn ist jetzt drei und eigentlich ein richtig sonniges Kerlchen, aber seit ein paar Wochen gibt es jeden Abend dieses gleiche Drama, wenn es ins Bett gehen soll. Es endet immer in Tränen und Geschrei, weil er partout nicht alleine in seinem Zimmer bleiben will. Mein Mann meint, wir müssen jetzt konsequent sein und ihn schreien lassen, aber mein Bauchgefühl sträubt sich so dagegen. Ich frage mich, ob wir mit unserer Schlafenszeit-Routine einfach alles falsch machen. Andere in unserem Bekanntenkreis scheinen das so problemlos hinzubekommen.
Das klingt wirklich anstrengend und ich spüre wie du dich unsicher fühlst. Dein Bauchgefühl hat auch eine Stimme und das ist wichtig. Vielleicht klappt es wenn ihr gemeinsam eine ruhige Schlafenszeitroutine findet ohne schreien zu lassen.
Du fragst dich ob ihr zu streng oder zu locker seid und ob die Routine den Schlaf wirklich fördert. Studien zu Schlaftraining zeigen gemischte Ergebnisse je nach Kind. Wichtig ist eine klare zentrale Botschaft am Abend und konsistente Zeiten doch gleichzeitig Raum für kleine Anpassungen.
Was wäre wenn die Frage nicht ist wie lange er im Zimmer bleibt sondern welche Nähe er braucht?
Vielleicht geht es gar nicht hauptsächlich um die Bettruhe sondern darum wie ihr Nähe und Unabhängigkeit füreinander gestaltet. Manchmal ist es hilfreich die Szene zu wechseln und den Fokus auf Trostmomente außerhalb des Zimmers zu lenken.
Manchmal reicht schon ein sanftes Licht im Flur und eine feste Kuschelzeit am Abend ohne danach weiter zu diskutieren.
Vielleicht klingt es bei euch so chaotisch weil ihr es mit dem Beispiel aus dem Umfeld vergleicht und denkt dort klappt es von allein. Probiert es ohne Druck und schaut was Sinn macht statt andere Geschichten zu übernehmen.